Es gibt Wochen, in denen wir in Security-Projekten grosse Fortschritte erzielen und damit die Resilienz unserer Kunden gegenüber Cyberbedrohungen verbessern. Immer häufiger jedoch beginnt die Woche zum Klang der Alarmglocken eines Cyberangriffs. Kleinere und grössere Vorfälle sind zu einem festen Bestandteil unseres Arbeitsalltags geworden.
Das war nicht immer so. Vor einigen Jahren schien es häufig noch zu genügen, einen IT-Service mit groben Vorgaben zu den Sicherheitsvorkehrungen auszuschreiben. Im jährlichen Gespräch mit dem IT-Dienstleister standen Verlängerungen von Supportverträgen und Lizenzen sowie der Lifecycle der Geräte im Zentrum. Security blieb eine Randnotiz. Dieses Vorgehen ist noch immer verbreitet, wird der heutigen Bedrohungsentwicklung aber nicht gerecht. Wöchentlich werden aktuell durchschnittlich ca. 2’200 neue Schwachstellen (CVEs) registriert. Rund 310 davon, also ca. 14%, gelten als kritisch (CVSS). Dennoch werden Sicherheitsmassnahmen vielerorts weiterhin statisch betrachtet. Gleichzeitig passen Angreifer ihre Methoden laufend an und nutzen neue technische Möglichkeiten. Ein einmal definierter Sicherheitsstand verliert deshalb mit der Zeit an Wirkung. Die künstliche Intelligenz wirkt als zusätzlicher Boost dieser Entwicklung.
Einzelmassnahmen reichen unter diesen Bedingungen nicht aus, so fortschrittlich sie für sich betrachtet sein mögen. Eine langfristig wirksame Verteidigung setzt auf mehrere sich ergänzende Schutzschichten (Defense in Depth). Massnahmen greifen nicht nur an einem Ort wie etwa am Netzwerkperimeter, sondern auch auf Clients, Servern und Cloud-Plattformen. Ebenso genügt Prävention allein nicht. Systeme im Netz müssen identifiziert, Angriffe erkannt, Vorfälle automatisch eingedämmt und Wiederherstellungen unter widrigsten Bedingungen durchgeführt werden können.
Zwischen einer dynamischen Bedrohungslage und einer zunehmend komplexen IT-Landschaft ist es für Unternehmen enorm anspruchsvoll geworden, fachlich und technisch Schritt zu halten. Um den Bedarf und den tatsächlichen Mehrwert technischer oder organisatorischer Massnahmen zu beurteilen, braucht es viel Fachwissen, Erfahrung und Zeit. Vor allem kleinere und mittelgrosse Unternehmen haben die dafür benötigten Ressourcen äusserst selten.
Entscheidend ist deshalb der Schritt von der reinen Produktbetrachtung zu einem Betriebsmodell, das laufende Veränderungen berücksichtigt. Security-as-a-Service verbindet Security-Services, Fachwissen und die kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Maturität im Managed IT-Betrieb. Dabei handelt es sich nicht um ein Serviceprodukt, das jede neue Sicherheitslösung am Markt automatisch aufnimmt. Stattdessen ist es die Fähigkeit des Managed Service Providers, neue Gefahren einzuordnen, Handlungsbedarf aufzuzeigen und das benötigte Sicherheitsdispositiv weiterzuentwickeln. Die pflichtbewusste Wahrnehmung dieser Aufgabe hilft den Kunden, sich in einer herausfordernden Zeit weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können. Als Full Service Provider ist es unser Anspruch, unsere Kunden mit zugeschnittenen Services in allen IT-Angelegenheiten zu begleiten. Insbesondere im Bereich der Cybersicherheit ist das unverzichtbar geworden.
